Es hat bereits in der Kindheit "gefunkt": Noch heute steht der Metallbauermeister gerne in der Werkstatt. Es sei die große Befriedigung, "aus dem Nichts etwas zu schaffen".
Bornemann MetallbauAus Großvaters Garage in die eigene Werkhalle
Von der ersten Schweißnaht zum Chef: Wie Daniel Bornemann aus dem Sauerland seinen Traum vom selbstständigen Metallbauermeister verwirklicht.
Es sind die Funken, die fliegen, der Geruch von heißem Metall, das Gefühl, mit den eigenen Händen etwas Bleibendes zu erschaffen. Für Daniel Bornemann aus Brilon begann diese Faszination nicht etwa in einer Lehrwerkstatt, sondern in der Garage seines Großvaters. Dort, wo der Opa ihm als Kind die ersten Handgriffe an der Schweißanlage zeigte, wurde ein Funke entzündet, der bis heute brennt. Heute, mit 28 Jahren, führt Bornemann seinen eigenen Metallbaubetrieb in einer 270 Quadratmeter großen Werkhalle in Brilon – und hat sich damit einen lang gehegten Traum erfüllt.
Der Weg zum Meister
Nach der Schule entschied sich Daniel Bornemann für eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Egger in Brilon. Zwei Jahre arbeitete er dort als Geselle, bevor er den nächsten Schritt wagte: den Meisterkurs am Berufsbildungszentrum (bbz) Arnsberg der Handwerkskammer Südwestfalen. Sein damaliger Arbeitgeber Egger stellte ihn dafür frei und unterstützte ihn finanziell – ein Zeichen der Wertschätzung, das Bornemann bis heute nicht vergessen hat. Im Mai 2020 legte er seine Meisterprüfung ab – ausgerechnet mitten in der Corona-Pandemie.
Von der Festanstellung in die Selbstständigkeit
Nach der Meisterprüfung übernahm Bornemann bei Egger eine Stelle als Vorarbeiter. Doch die Leidenschaft für das eigene Schaffen ließ ihn nicht los. Zunächst meldete er ein Nebengewerbe an – und die Aufträge wuchsen stetig. Irgendwann stand er vor der entscheidenden Frage: Festanstellung oder Selbstständigkeit?
Bornemann entschied sich für den Sprung. "Ich habe meine Tätigkeit mit gewachsenen Erfahrungen größer werden lassen", beschreibt er seinen Weg. Kein überstürzter Schritt ins Ungewisse, sondern ein stetes Wachstum, Schritt für Schritt. "Solange man das Risiko im Blick hat, kann man es realistisch absehen", sagt er mit der nüchternen Klarheit eines Handwerkers, der gewohnt ist, präzise zu kalkulieren.
Geländer, Tore, Treppen – und viel Herzblut
Heute fertigt Bornemann Metallbau Geländer, Tore, Balkone, Treppen sowie Industrie- und Sonderlösungen. 80 bis 90 Prozent seiner Kunden sind Privatkunden – Menschen, die Wert auf individuelle Handarbeit legen. In seiner Werkhalle unterstützen ihn ein Geselle sowie zwei Minijobber, beide Konstruktionsmechaniker. Ein weiterer Mitarbeiter qualifiziert sich derzeit am bbz zum Schweißfachmann.
Was ihn nach der Gründung überrascht hat? "Ich war erschrocken, wie viel Zeit das Büro braucht", gibt er offen zu. Angebote schreiben, Rechnungen erstellen, Kundenkontakte pflegen – die Schreibtischarbeit eines Selbstständigen ist nicht zu unterschätzen. Dennoch hat Bornemann klare Prioritäten: "Hier wird das Geld verdient", sagt er mit Blick auf die Werkstatt.
Gleichzeitig denkt er strategisch: "Planung will ich nicht aus der Hand geben."
"Aus dem Nichts etwas schaffen"
Fragt man Daniel Bornemann, was ihn am Metallbau fasziniert, leuchten seine Augen: Es sei die große Befriedigung, "aus dem Nichts etwas zu schaffen". Planen, konstruieren, umsetzen – dieser Dreiklang ist sein Antrieb. Metallbau sei "mein Ding", etwas anderes hätte er sich nie vorstellen können. Dabei geht es ihm nicht um das schnelle Ergebnis, sondern um handwerkliche Qualität: Ein gutes Ergebnis – das ist sein Maßstab. Und nachhaltig sollen seine Produkte sein, gebaut für die Dauer.
60 Stunden, samstags immer, sonntags bei Bedarf
Die Selbstständigkeit fordert ihren Tribut. Aktuell arbeitet Bornemann rund 60 Stunden in der Woche, samstags immer, sonntags bei Bedarf. "Mir macht das noch nichts aus", sagt er gelassen. Aber er weiß auch: Das soll kein Dauerzustand sein. Mit neuen Mitarbeitern soll sich das ändern.
Was ihn trotz der Belastung antreibt, ist die Freiheit: Als Selbstständiger könne er frei entscheiden – das sei ihm wichtig. Nur in der Werkstatt zu stehen und Aufträge abzuarbeiten, wäre nichts für ihn.
"Mut zahlt sich aus!"
Sein persönliches Credo bringt es auf den Punkt: "Man muss das machen, wo man Spaß dran hat – nur so entsteht Leistungsbereitschaft." Wer keinen persönlichen Mehrwert in seiner Arbeit sehe, bei dem schleiche sich schnell die Einstellung ein, den einfachen Weg zu gehen. "Mut zahlt sich aus", sagte er. Entscheidend sei die innere Haltung: "Wenn man dafür brennt und Einsatz zeigt, dann kommt der Erfolg von selbst."
Bei Daniel Bornemann merkt man: Er hat den Weg gewählt, der zu ihm passt. Nicht den einfachsten – aber den richtigen.