AustauschDen Standort Siegen stärken
Handwerkskammer Südwestfalen im Austausch mit Bürgermeister Tristan Vitt.
Vertreter der Handwerkskammer (HwK) Südwestfalen haben Siegens neuen Bürgermeister Tristan Vitt im Siegener Rathaus besucht. Gemeinsam tauschten sie sich über die aktuelle Situation und die Perspektiven des Handwerks in der Region aus. An dem Gespräch nahmen HwK-Vizepräsident Ulrich Hermann, HwK-Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt sowie Uta Neumeister, Leiterin der HwK-Standortpolitik, teil. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen, Chancen und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine starke wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks.
Handwerk als zentraler Innovationstreiber
Ulrich Hermann betonte die zentrale Rolle des Handwerks als verlässlicher Versorger, bedeutender Arbeitgeber und Innovationsmotor, insbesondere bei der Umsetzung der Energiewende und der Digitalisierung. "Innovation zeigt sich nicht nur in neuen Technologien, sondern auch in der kontinuierlichen Modernisierung von Aus- und Weiterbildung, damit Fachkräfte den Wandel aktiv mitgestalten können", so Hermann.
Hendrik Schmitt machte deutlich, dass bessere Rahmenbedingungen notwendig seien, um Wachstum, Qualität und Fortschritt im Handwerk zu fördern. "Wir beobachten mit Sorge, dass die Nachfolgeproblematik zunimmt. Um die Zukunft der Betriebe zu sichern und auch die Vielfalt der Handwerke in der Region zu sichern, brauchen Unternehmer Planungssicherheit und eine verlässliche Politik, die Mut zum Investieren macht."
Wirtschaftsfreundlichkeit und Digitalisierung als Erfolgsfaktoren
Uta Neumeister hob hervor, dass eine wirtschaftsfreundliche Politik und eine serviceorientierte Verwaltung für das Handwerk essenziell sind. Bürgermeister Vitt bestätigte: "Wir sehen die Unternehmen und Bürger als unsere Kunden. Lösungsorientierung, Transparenz und schnelle Verfahren sind uns wichtige Ziele."
Die Stadtverwaltung setzt auf Prozessoptimierung, Digitalisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz, um Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten und den Standort Siegen zukunftsfähig zu machen. Schrittweise sollen weitere Antragsverfahren digitalisiert und bürgerfreundlicher gestaltet werden.
Dringender Bedarf an Gewerbeflächen
Ein zentrales Thema war die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Neumeister verwies auf eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer, nach der in Siegen derzeit keine marktfähigen Flächen angeboten werden.
Vitt erklärte, dass das neue Gewerbegebiet Martinshardt II ab 2029 zur Verfügung stehen soll. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung zusätzlicher Gewerbeflächen für die Stadt Siegen. Dazu liefen Gespräche mit Eigentümern, außerdem sollen brachliegende Flächen reaktiviert werden.
Mehr Spielraum für öffentliche Auftragsvergaben
Bürgermeister Vitt begrüßte die neuen Regelungen im öffentlichen Vergaberecht in Nordrhein-Westfalen, die den Kommunen mehr Flexibilität ermöglichen. Schmitt hofft, dass dadurch insbesondere regionale Handwerksbetriebe bessere Chancen auf öffentliche Aufträge erhalten. Dies sei ein wichtiger Faktor für die regionale Wirtschaftskraft und Wertschöpfung.
Gemeinsam für eine starke Handwerkszukunft
Das Gespräch verdeutlichte die enge Verbindung zwischen Kommune und Handwerk, von der Fachkräftesicherung bis hin zu einer bedarfsgerechten Infrastruktur. Beide Seiten vereinbarten, den Dialog fortzusetzen und die Zusammenarbeit weiter auszubauen.