Eine Frau in einer Malerwerkstatt, die eine Fläche abklebt.
HwK Südwestfalen
Karoline Müller, Dozentin für Maler & Lackierer am bbz Arnsberg, brennt für ihr Gewerk und steckt auch alle anderen in ihrem Umfeld mit ihrer Begeisterung an.

Ausbilder vorgestellt"Einfach machen, kann auch gut werden"

Pure Leidenschaft für ihr Gewerk: Ausbilder vorgestellt – Maler- und Lackierermeisterin Karoline Müller.

Wenn Karoline Müller über ihren Beruf spricht, leuchten ihre Augen. "Ich würde alles wieder so machen“, sagt sie voller Überzeugung – und man glaubt ihr das sofort. Die 44-Jährige ist Maler- und Lackierermeisterin, Betriebswirtin (HwO) und seit nunmehr fast 20 Jahren Dozentin im bbz Arnsberg, dem Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer (HwK) Südwestfalen. Dort unterrichtet sie die Maler- und Lackierer, Fahrzeuglackierer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Maurer, Stuckateure und Zimmerer.

Von der Gesellin zur Dozentin

Ihre berufliche Laufbahn begann Karoline Müller im väterlichen Malerbetrieb in Brilon-Scharfenberg. 2001 legte sie ihre Gesellenprüfung ab. Nur zwei Jahre später folgte der Meister. Zu der Zeit gehörte noch das Fahrzeuglackieren zur Ausbildung. "Ich durfte also noch Kotflügel spachteln und lackieren", erinnert sie sich. Nach der Meisterschule folgte 2004 der Betriebswirt (HwK).

Der Weg ins bbz entstand eher zufällig: "Kannst du dir vorstellen, das zu machen?" Kurz musste sie überlegen. "Das ist schon etwas anderes, als einem Azubi im Betrieb etwas beizubringen." Doch die Bedenken verflogen schnell. 2006 – mit gerade einmal 25 Jahren – trat sie die Stelle als bbz-Fachdozentin an.

Zwischen Werkstatt, Familie und Unterricht

Von 2014 bis 2017 nahm sich Karoline Elternzeit und kümmerte sich um ihre Tochter. Seit ihrer Rückkehr arbeitet sie in Teilzeit – so bringt sie Familie und Beruf in Einklang. Den Unterrichtsplan kann sie mit den Kolleginnen und Kollegen relativ flexibel gestalten.

Bis 2023 führte sie nebenher den väterlichen Betrieb weiter – sechs Stunden pro Woche stand sie selbst noch auf der Baustelle. Doch nach dem Tod des Vaters musste sie sich irgendwann entscheiden "entweder das eine oder das andere". Sie entschied sich für das bbz.

Begeisterung, die ansteckt

Im Unterricht will sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem Leidenschaft wecken. "Ich möchte die Teilnehmer für den Beruf gewinnen, ihnen zeigen, dass es mit der Gesellenprüfung nicht aufhört." Und das gelingt ihr. Sie freut sich darüber, wenn sie hört, was aus den Teilnehmern geworden ist.

Dass sie als Frau in einem Handwerksberuf arbeitet, war für sie nie ein Thema. Das Maler- und Lackiererhandwerk ist nicht so männerlastig. "Im letzten Jahr waren zwölf von 19 Meisterschülern Frauen", berichtet sie.

Einfach machen, kann auch gut werden

Ursprünglich wollte Karoline Müller Architektin werden – "aber keine theoretische Architektin", also eine, die weiß, wovon sie spricht. Daher entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung im Handwerk. Schon bald merkte sie: "Das macht mir Spaß, ich muss nicht Architektur studieren."

Im Rückblick ist sie froh über jede Entscheidung auf ihrem Weg. "Klar ist es manchmal anstrengend", sagt sie offen. Aber am Ende überwiegt die Freude, denn sie liebt, was sie tut. Ihr Motto: "Einfach machen, kann auch gut werden." Mut zum Tun, Vertrauen ins eigene Können und Begeisterung für das Handwerk, das ist es, was sie Tag für Tag weitergibt.

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