Gruppenbild mit Uta Neumeister, Thomas Grosche und Hendrik Schmitt. Grosche, in der Mitte stehend, hält eine Broschüre.
Hochsauerlandkreis

StandortpolitikHandwerk stärken, Standort sichern

Handwerkskammer Südwestfalen übergibt neue Standortbroschüre an HSK-Landrat Thomas Grosche.

Die Handwerkskammer Südwestfalen hat Thomas Grosche, Landrat des Hochsauerlandkreises, die neue Ausgabe ihrer Standortbroschüre "Standort. Handwerk. Südwestfalen." übergeben. Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt und Uta Neumeister, Leiterin der Standortpolitik, stellten die zentralen Ergebnisse im Kreishaus Meschede vor. Neben der steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit standen insbesondere die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, die kommunale Auftragsvergabe sowie Rahmenbedingungen im kommunalen Finanzausgleich im Fokus.

Hochsauerlandkreis: Gute Ausgangslage für das Handwerk

Bei der Grundsteuer B für Nichtwohngrundstücke weist der Kreis mit durchschnittlich 895 Prozent den niedrigsten Hebesatz der vier südwestfälischen Kreise auf – deutlich unter dem Regionsdurchschnitt von 1.174 Prozent. Bei der Gewerbesteuer liegt der Kreis mit durchschnittlich 451 Prozent auf dem zweiten Rang.

"Gute Standortbedingungen für Handwerksbetriebe werden nicht allein durch die Höhe von Steuern bestimmt", so Hendrik Schmitt. "Mindestens ebenso wichtig sind verfügbare Gewerbeflächen, verlässliche Rahmenbedingungen und eine mittelstandsfreundliche Kommunalpolitik. Der Hochsauerlandkreis ist bei den steuerlichen Standortfaktoren hervorragend aufgestellt."

An die Kommunen appelliert die Kammer, ihre steuerpolitischen Spielräume verantwortungsvoll zu nutzen. Bund und Land NRW seien gefordert, zusätzliche Belastungen für Unternehmen zu vermeiden. Die Kammer fordert Nachbesserungen an der Grundsteuerreform, eine Überarbeitung der Regelungen zu den fiktiven Hebesätzen sowie eine stärkere Entlastung bei der Gewerbesteuer.

Landrat Grosche: Handwerk stärkt den Hochsauerlandkreis

Landrat Thomas Grosche zeigte sich erfreut über die positive Bilanz der Kommunen.

"Die Ergebnisse der Broschüre zeigen, dass der Hochsauerlandkreis als Wirtschaftsstandort gut aufgestellt ist. Gleichzeitig machen sie deutlich, wie wichtig eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik für die Zukunft unserer Handwerksbetriebe ist", so Grosche.

Passende Gewerbeflächen für das Handwerk sichern

"Gewerbeflächen sind für die wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks unverzichtbar", so Uta Neumeister. "Unsere Umfrage zeigt: Trotz freier Flächen kann auch im Hochsauerlandkreis nicht immer ein konkretes Angebot gemacht werden – freie Flächen sind häufig noch nicht erschlossen oder passen von Lage und Größe nicht. Entscheidend ist, dass die Kommunen die Bedarfe der Betriebe regelmäßig ermitteln, Flächen sichern und entwickeln."

Grosche unterstrich, dass die Kommunen bei der Vergabe von Gewerbeflächen langfristig denken sollten. Hendrik Schmitt ergänzte: "Die beste Grundlage wäre ein funktionierendes Gewerbeflächenmanagement – strukturiert und möglichst interkommunal, etwa im ersten Schritt auf Kreisebene organisiert." Einig waren sich die Gesprächspartner, dass entsprechende Strukturen durch Förderangebote von Land und Bund unterstützt werden sollten.

Kommunale Vergaben: Potenziale der regionalen Wirtschaft nutzen

Seit dem 1. Januar 2026 verfügen die Kommunen in NRW über größere Freiheiten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge.

"Die neuen Spielräume bieten großes Potenzial für Kommunen und Handwerk. Voraussetzung ist eine mittelstandsfreundliche, transparente und wirtschaftliche Vergabepraxis", so Hendrik Schmitt. "Vor allem eröffnet die Flexibilisierung die Chance, Verfahren einfacher und praxistauglicher zu gestalten", ergänzte Uta Neumeister.

"Kommunale Aufträge können einen wichtigen Beitrag zur regionalen Entwicklung leisten. Wo leistungsfähige Betriebe vor Ort zum Zuge kommen, bleiben Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Know-how in der Region", erklärte Grosche.