Reermann Agrar-Service GmbH & Co. KG
Energie, Bürokratie, LadeinfrastrukturHandwerkstour: Was Briloner Handwerksbetriebe bewegt
Handwerkstour 2026: Dirk Wiese und die Handwerkskammer Südwestfalen im Gespräch mit vier Betrieben.
Hohe Energiepreise, wachsender Wettbewerbsdruck, steuerrechtliche Unsicherheiten und eine unzureichende Ladeinfrastruktur: Bei der Handwerkstour 2026 der Handwerkskammer Südwestfalen schilderten vier Briloner Betriebe, was ihren Alltag prägt. Mit dabei waren Jochen Renfordt (Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen), Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt, Bildungsreferent Rüdiger Schnüttgen sowie Dirk Wiese, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Hochsauerlandkreis.
Vier Briloner Betriebe besucht
Den Auftakt machte die Witte GmbH & Co. KG im Maschinen- und Werkzeugbau. Hier standen die hohen Strom- und Energiekosten im Fokus, die die Wettbewerbsfähigkeit des energieintensiven Betriebs erheblich beeinträchtigen – ebenso wie die zunehmende Konkurrenz aus China. Gefordert sind international wettbewerbsfähige Energiepreise und verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.
Bei der Reermann Agrar-Service GmbH & Co. KG spielte die Sorge vor den geplanten Änderungen bei der Besteuerung geringfügig Beschäftigter eine zentrale Rolle. Flexible Beschäftigungsmodelle seien gerade bei saisonal schwankendem Arbeitsaufkommen unverzichtbar. Zusätzlich belasten die außergewöhnlich hohen Kraftstoff- und Energiekosten, die sich als Lohnunternehmen nur begrenzt weitergeben lassen.
Die Paul Witteler GmbH & Co. KG richtete den Blick auf die Zukunft der Mobilität und forderte einen deutlich schnelleren Ausbau von Stromnetz- und Ladeinfrastruktur, vor allem im Nutzfahrzeugbereich. Kritisch bewertet das Unternehmen zudem die E-Auto-Förderung, die aus seiner Sicht vorwiegend chinesischen Importen zugutekomme. Nötig seien ausgewogene Rahmenbedingungen, die auch heimische Wertschöpfung und den mittelständischen Fahrzeughandel stützen.
Den Abschluss bildete Maler Leber – Malerwerkstätten Christopher Seston GmbH, wo die Verbindung von traditionellem Handwerk und modernen Verfahren ebenso im Mittelpunkt stand wie die Gewinnung und Ausbildung qualifizierten Nachwuchses.
"Zuhören, was Betriebe bewegt"
"Wir wollen genau hinschauen und zuhören, was die Betriebe vor Ort bewegt", erklärte Dirk Wiese. Der unmittelbare Austausch helfe, die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf mittelständische Unternehmen frühzeitig zu erkennen und in die politische Arbeit einfließen zu lassen.
Jochen Renfordt und Hendrik Schmitt unterstrichen, dass die Herausforderungen nicht isoliert betrachtet werden dürften. Bezahlbare Energie, weniger Bürokratie, praxistaugliche Beschäftigungsregeln und eine leistungsfähige Infrastruktur seien zentrale Voraussetzungen dafür, dass Betriebe investieren, ausbilden und Arbeitsplätze sichern. Rüdiger Schnüttgen begleitete die Tour mit Blick auf Ausbildung, Fachkräftesicherung und berufliche Perspektiven im Handwerk.