Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt überreicht den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 2.500 Euro an die Leiterin der Vogelpflegestation Anna Reichel und einem kleinen Patienten – einem Steinkautz.
Vogelpflegestation Essenthoer MühleMeisterbrote: 2.500 Euro für den guten Zweck
Mit dem Meisterbrot setzt die Handwerkskammer (HwK) Südwestfalen gemeinsam mit der Ersten Deutschen Bäckerfachschule Olpe jedes Jahr ein Zeichen für Solidarität. Bei der diesjährigen Meisterfeier in Siegen kam so eine Spendensumme von 2.500 Euro zusammen. Der symbolische Spendenscheck wurde nun an die Vogelpflegestation für Greifvögel und Eulen Essenthoer Mühle in Marsberg-Essentho überreicht – eine Einrichtung, die sich seit Jahrzehnten dem Schutz heimischer Wildtiere verschrieben hat.
HWK-Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt übergab den Scheck an Anna Reichel, die die Station heute führt. Die studierte Forstwissenschaftlerin ist die Enkelin der Gründer Wilfried und Mathilde Limpinsel. "Das ist hier für mich erfüllend", sagt Reichel und meint damit ein Leben für den Tierschutz, das kaum Raum für Freizeit lässt. Urlaub? "Hatte ich noch nie, außer einmal für eine Woche in der Schule."
Von der Idee zur festen Institution
Gegründet wurde die Vogelpflegestation 1980. "Die Leute wussten irgendwann, dass wir helfen und brachten uns verletzte Tiere", erinnert sich Mathilde Limpinsel, die ihre Enkelin jeden Tag bei der Arbeit unterstützt. Heute, 46 Jahre später, werden hier jährlich über 1.000 Tiere versorgt. Vor allem Greifvögel und Eulen, aber auch streng geschützte Arten wie Wildkatzen. "25 Wildkatzen haben wir bestimmt schon gepflegt", berichtet Reichel.
Hilfe mit System und Verantwortung
Die Tiere stammen aus dem gesamten Hochsauerlandkreis und darüber hinaus. Nach der Aufnahme werden sie tierärztlich versorgt, dokumentiert und beringt. Durchschnittlich vier bis sechs Wochen bleiben sie in der Station, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden. "Wir dürfen nur aufnehmen, was wirklich hilfsbedürftig ist", betont Reichel.
Zwischen Pflege und Bürokratie
Auch eine Vogelpflegestation ist von der Bürokratie gebeutelt, denn der organisatorische Aufwand wächst hier ebenfalls. "Wir sitzen manchmal gefühlt mehr am Schreibtisch als bei den Tieren", sagt Reichel. Denn neben der Pflege gehört auch umfangreiche Bürokratie dazu, bis hin zur genauen Dokumentation des Futters in den Kühltruhen.
Spenden sichern die Zukunft
Die Vogelpflegestation ist eine von drei in Nordrhein-Westfalen. Zwar gibt es Fördermittel, doch ohne Spenden wäre die Arbeit nicht möglich. Umso wichtiger ist die Unterstützung aus dem Handwerk. Mit Initiativen wie dem Meisterbrot zeigen Handwerkerinnen und Handwerker, dass sie nicht nur für Qualität stehen, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.