Gruppenbild mit Uta Neumeister, Jonas Becker und Hendrik Schmitt.
Gemeinde Burbach

StandortpolitikStarke Betriebe, starkes Burbach

Bürgermeister Jonas Becker und Handwerkskammer Südwestfalen im Austausch über verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.

Seit dem 1. November 2025 steht Jonas Becker an der Spitze der Gemeinde Burbach. Der Wirtschaftsingenieur bringt Berufserfahrung aus der mittelständischen Industrie mit und kennt die Erwartungen der Unternehmen an Politik und Verwaltung aus dem eigenen Erleben.

"Leistungsfähige Unternehmen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Entwicklung unserer Gemeinde," betonte Becker zu Beginn des Austausches mit Hendrik Schmitt, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, und Uta Neumeister, Leiterin Standortpolitik der Kammer, im Burbacher Rathaus.

Anlass des Besuchs war die Übergabe der Publikation "Standort. Handwerk. Südwestfalen." von der Handwerkskammer Südwestfalen an die Gemeinde. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen kommunale Steuern, öffentliche Aufträge, die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen und Entwicklungschancen bei Gewerbeflächen.

Kommunale Steuern: Planungssicherheit für Betriebe

Mit einem seit 2013 unveränderten Gewerbesteuerhebesatz von 430 Punkten weist Burbach 2026 den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz im Kreis Siegen-Wittgenstein auf. Auch bei der Grundsteuer B für Nichtwohngrundstücke liegt die Gemeinde mit einem Hebesatz von 1.043 Punkten auf dem niedrigsten Niveau im Kreis und deutlich unter dem Kreisdurchschnitt.

Gleichzeitig steht auch Burbach vor den Herausforderungen, die derzeit viele Städte und Gemeinden in Deutschland beschäftigen. Steigende Ausgaben, wachsende Anforderungen an die kommunale Aufgabenerfüllung und eine angespannte Haushaltslage schränken die finanziellen Handlungsspielräume ein. Hinzu kommen erhebliche Gewerbesteuermindereinnahmen, die Burbachs Gemeindehaushalt 2026 zusätzlich belasten.

Vor diesem Hintergrund diskutierten die Gesprächspartner das Spannungsfeld zwischen notwendiger Haushaltskonsolidierung und attraktiven Standortbedingungen für Unternehmen.

Die Handwerkskammer wirbt für eine maßvolle und verlässliche Steuerpolitik. Berechenbare Belastungen sichern den Betrieben Spielräume für Investitionen, Beschäftigung und Ausbildung. Wirtschaftliches Wachstum stärkt zugleich die finanzielle Grundlage der Kommune.

Kommunale Vergabe: Neue Spielräume verantwortungsvoll nutzen

Ein weiteres Thema war die Vergabe kommunaler Aufträge. Bürgermeister Becker betonte, dass leistungsfähige regionale Betriebe wichtige Partner der Gemeinde seien. Die seit 2026 erweiterten Handlungsspielräume bei kommunalen Vergaben unterhalb der EU-Schwellenwerte haben Kommunen zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Die Gemeinde Burbach will diese Spielräume nutzen.

Hendrik Schmitt verwies darauf, dass auch weiterhin die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Gleichbehandlung und Transparenz gelten. Beide Seiten begrüßten die neue Flexibilität, sahen aber zugleich die besondere Verantwortung der Kommunen bei deren Umsetzung.

Uta Neumeister hob hervor, wie wichtig transparente Informationen über Ausschreibungen und eine Rückmeldung zum Vergabeergebnis für die beteiligten Unternehmen seien. Dies stärke die Nachvollziehbarkeit der Verfahren und das Vertrauen der Betriebe in die öffentliche Auftragsvergabe.

Digitalisierung: Prozesse gemeinsam verbessern

"Verständliche digitale Verfahren, der gezielte Einsatz künstlicher Intelligenz und gut abgestimmte Verwaltungsabläufe können Handwerksbetriebe im Alltag spürbar entlasten und zugleich die Beschäftigten in den Verwaltungen bei Routinetätigkeiten unterstützen", sagte Schmitt.

Becker hob hervor, dass engagierte und kompetente Beschäftigte das Fundament einer leistungsfähigen Verwaltung sind. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Verwaltungsabläufen, die Digitalisierung und der Einsatz von KI nur gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelingen. Deren Erfahrungen, Fachkompetenz und Praxiswissen seien dabei unverzichtbar.

Gewerbeflächen: Entwicklungspotenziale im Blick

Neben vergleichsweise niedrigen Hebesätzen bei Gewerbe- und Grundsteuer verfügt die Gemeinde Burbach über Gewerbeflächenreserven im kommunalen Eigentum. Die bedarfsgerechte Entwicklung dieser Flächen kann wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen setzen.

Der Austausch machte deutlich, wie eng die Entwicklung der Gemeinde und eine leistungsfähige Wirtschaft miteinander verbunden sind. Gemeinde und Handwerk verfolgen dabei dasselbe Ziel: verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen, Investitionen zu ermöglichen und die Zukunftsfähigkeit des Standorts Burbach zu sichern.

Mit der  Publikation "Standort. Handwerk. Südwestfalen." liefert die Handwerkskammer Daten, Hintergründe und Handlungsempfehlungen für verlässliche und zukunftsorientierte Standortbedingungen.