Bäckermeisterin Celine Hümmeler steht mit einem Brotkorb in ihrer Backstube. Im Hintergrund frische Backwaren und ein Ofen.
Celine Hümmeler
Die Bäckermeisterin Celine Hümmeler hat direkt im ersten Jahr ihrer Selbstständigkeit ein beachtliches Sortiment aufgebaut. Dabei verzichtet sie auf technische Enzyme und Emulgatoren.

Bäckermeisterin Celine HümmelerTraditionelles Handwerk neu gedacht

Bäckermeisterin Celine Hümmeler backt nur auf Bestellung – Nachhaltigkeit wird konsequent umgesetzt.

Wer die Backstube von Celine Hümmeler in Lennestadt-Oedingen betritt, merkt sofort: Dieser Ort folgt eigenen Regeln. Hier geht es um Qualität im Handwerk – der Duft von Teig, Getreide und frischen Backwaren liegt in der Nase. Jeder Teig wird von Hand angesetzt, jede Rezeptur mit Liebe entwickelt. Und vor allem: Hier steht eine junge Frau ganz allein in der Verantwortung.

Direkt nach ihrer Meisterprüfung hat sich Celine Hümmeler mit ihrer Back-Manufaktur Chümmi GmbH für einen Weg entschieden, der Mut, Leidenschaft und Ausdauer verlangt.

Handwerk wächst selten im Alleingang und bietet Möglichkeiten für Menschen, die Verantwortung teilen möchten: Für jemanden, der echtes Handwerk mittragen, sich einbringen und gemeinsam weiterdenken möchte. Die Tür steht offen für Begegnungen und Gespräche, oder für einen ersten Austausch am Telefon.

Aus einer ehemaligen Garage wurde mit viel Eigenleistung ein sauberer und moderner Raum erschaffen. Heute erinnert nichts mehr an den ursprünglichen Zweck. "Da gehörte viel Vorstellungskraft dazu", sagt Bäckermeisterin Celine und lacht. Ihr Freund, selbst Elektroniker, hat ebenso mit angepackt wie die Familie.

Vom Industriebetrieb zum Handwerk mit Sinn

Ursprünglich führte Celine Hümmelers Weg in eine ganz andere Richtung. Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Süßwarentechnologin bei Lindt & Sprüngli in Aachen. Eine Ausbildung, die sie erfolgreich abschloss und die ihr dennoch nicht das gab, was sie suchte. "Ich wollte etwas mit Sinn machen", sagt sie rückblickend. Die Arbeit an großen Maschinen, klar abgegrenzte Arbeitsschritte, wenig bis keinen Einfluss auf das fertige Produkt: Das überzeugte sie nicht.

Was ihr fehlte, fand sie im Handwerk. Im direkten Arbeiten mit den Rohstoffen. Im Lenken des gesamten Prozesses – vom Mehl bis zur fertigen Backware. Das ihr Großvater Müller war und im Ort eine eigene Mühle betrieb, erscheint im Rückblick fast wie eine Vorahnung.

Eigentlich wollte Celine Konditormeisterin werden. Ein Gespräch mit Christian Bertelsbeck, Schulleiter der Ersten Deutschen Bäckerfachschule Olpe, brachte die Idee: zuerst Bäckermeisterin und später vielleicht der Doppelmeister. "Backen wollte ich sowieso immer. Warum also nicht so rum?", erinnert sie sich.

Mit Power zum Meisterbrief

Um das Gefühl für Teige und die nötige Praxiserfahrung für die Meisterausbildung zu sammeln, jobbte Celine anderthalb Jahre lang in Bäckereien der Umgebung. Die Teile III und IV des Meisters absolvierte sie in der Abendschule per Distanzunterricht. Das war während Corona keine einfache Zeit. Doch sie zog es durch und konnte die Meisterprüfung am 15.07.2024 absolvieren.

Ehrliche Lebensmittel, klare Prinzipien

"Ich will ein ehrliches Lebensmittel herstellen", sagt die Bäckermeisterin. Keine technischen Enzyme, keine Emulgatoren. "So, wie man es in der Meisterschule lernt." Eine der wertvollsten Zutaten ist Zeit. Mindestens 24 Stunden benötigt der Teig, um die Getreideinhaltstoffe zu verquellen - die Backware wird so bekömmlicher und aromatischer. Der Aufwand ist groß, doch er lohnt sich. Vor allem für Menschen mit einer Unverträglichkeit seien Brote aus ursprünglichen Zutaten bekömmlicher.

"Eine Zutat ist die Zeit, eine andere die Liebe zum Handwerk", sagt Celine. Sätze wie diese fallen häufig, wenn man mit ihr spricht. Sie wirken nicht wie Marketing, sondern kommen aus Überzeugung.

Backen auf Bestellung – aus Respekt vor dem Lebensmittel

Gebacken wird auf Vorbestellung. Über ein digitales Schaufenster können Kundinnen und Kunden ihre Backwaren vorab auswählen und bestellen. So weiß Celine genau, was gebraucht wird.

Das Beste: Am Ende des Tages bleibt nichts übrig. "Es muss nichts weggeschmissen werden", sagt Celine. Nachhaltigkeit ist für sie kein bloßer Trend, sondern wird konsequent umgesetzt.

Arbeit, die sich wie ein Hobby anfühlt

"Eigentlich arbeite ich nicht", sagt die heute 22-Jährige und lacht. Sie steht zwar auch abends und am Wochenende in der Backstube, tüftelt immer wieder an neuen Rezepturen, plant Workshops – aber wie Arbeit kommt ihr das nicht vor.

In ihren Back-Workshops vermittelt Celine ihr Wissen in geselliger Runde bis zu acht Personen – und das in einer ganz besonderen Location mit einer einzigartigen Atmosphäre.

"Bäckerin war ich schon immer, wusste es aber nicht", sagt Celine über ihren Beruf. Aus einer Garage ist eine Back-Manufaktur geworden. Aus dem zunächst Unvorstellbaren hat sie etwas Besonderes geschaffen. Wie? "Viel wichtiger als das Können ist das Wollen." Und genau das schmeckt man mit jedem Biss in ihren Backwaren.

Chümmi bedeutet "einfach genießen".

Bäckermeisterin Celine Hümmeler steht mit einem Brotkorb in ihrer Backstube. Im Hintergrund frische Backwaren und ein Ofen.
Nahaufnahme von frisch belegten Brötchen mit Tomate, Mozzarella und Salat.
Nahaufnahme von frischen Brötchen.