HwK Südwestfalen

KonferenzVerteidigung. Resilienz. Handwerk.

Wie wichtig das Handwerk für Sicherheit, Versorgung und gesellschaftliche Stabilität ist, wurde bei der bundesweit ersten Konferenz "Verteidigung. Resilienz. Handwerk." In Düsseldorf deutlich. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Handwerk, Verbänden und Verwaltung sprachen über die Rolle des Handwerks in Zeiten wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen. Mit dabei war auch Ulrich Hermann, Vizepräsident der Handwerkskammer (HWK) Südwestfalen, der an der abschließenden Podiumsdiskussion teilnahm.

Peter Eul, Vorstandsvorsitzender der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) und Präsident der HWK OWL zu Bielefeld, begrüßte die Teilnehmenden und machte bereits zu Beginn deutlich, worum es geht: "Ohne funktionierende Infrastruktur, Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Widerstandskraft ist Resilienz nicht denkbar." Die große Resonanz auf die Veranstaltung zeige, wie relevant das Thema inzwischen sei. "Das Handwerk ist bereit, Verantwortung zu übernehmen", sagte Eul. Der Kongress solle Raum für Austausch, Perspektiven und Zusammenarbeit bieten. Denn: Resilienz entsteht durch Zusammenarbeit und Vertrauen.

Ohne das Handwerk geht es nicht

Auch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW und stellvertretende Ministerpräsidentin NRW, unterstrich die Bedeutung des Handwerks für Sicherheit und Demokratie in Europa. Die "Zeitenwende" sei längst Realität und betreffe nicht nur die Politik, sondern die gesamte Gesellschaft. "Ohne das Handwerk geht es nicht", stellte sie schnell klar. Angesichts der milliardenschweren Schäden durch Cyberangriffe müsse Resilienz bereits im Alltag beginnen. Durch Vorbereitung, Aufmerksamkeit und klare Strukturen.

Neubaur sprach sich zudem für mehr europäische Zusammenarbeit aus. Nationale Einzelwege kosteten wertvolle Zeit. Gemeinsame europäische Vorhaben hingegen sorgen für mehr Klarheit und Geschwindigkeit. Dem Handwerk bescheinigte sie eine besondere Stärke: "Das Handwerk hat eine Super-Power. Fest mit beiden Beinen auf dem Boden."

Politische Veränderungen und gesellschaftliche Herausforderungen

Historiker und Politikwissenschaftler Dr. Thomas Speckmann beleuchtete in seinem Vortrag die gesellschaftlichen und geopolitischen Veränderungen der vergangenen Jahre. Er sprach von insgesamt drei "Zeitenwenden" – angefangen bei der entsprechenden Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz vom Februar 2022 über die zweite Präsidentschaft Donald Trumps im Januar 2025 bis hin zu möglichen europakritischen Mehrheiten in den europäischen Staaten. Auch für Deutschland stellte er mit Blick auf 2029 politische Verschiebungen in Aussicht.

Handwerksjahr als Beitrag zum Bevölkerungsschutz

Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer Landesgewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e. V. (LGH) und Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT), freute sich über die breite Beteiligung aus Kammern und Fachverbänden. Gleichzeitig warb er für die Einführung eines freiwilligen Handwerksjahres mit einer Dauer von sechs bis 18 Monaten. Diese könne den Bevölkerungsschutz stärken, demokratische Grundwerte vermitteln, Berufsorientierung bieten und zugleich neue Fachkräfte für das Handwerk gewinnen.

Chancen und Hürden bei der Verteidigungsbeschaffung

Welche Chacen sich durch die sicherheitspolitische Neuausrichtung für kleine und mittlere Unternehmen ergeben, erläuterte Fachanwalt Hendrik Röwekamp, Fachanwalt für Vergaberecht bei der Kapellmann und Partner Rechtsanwälte mdB. Das Handwerk sei insbesondere bei Instandhaltung und Bauleistungen ein unverzichtbarer Bestandteil der Verteidigungsbeschaffung. Damit das Handwerk von den neuen Möglichkeiten profitieren können, brauche es mittelstandsfreundliche Ausschreibungen und gezielte Unterstützung.

Weitere Perspektiven lieferte Dr. Dirk Günnewig, Verwaltungsratsvorsitzender des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, sowie René Gassen, Direktor des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Beide gingen auf die Zusammenarbeit von Handwerk, Mittelstand und öffentlicher Beschaffung ein.

Wir liefern die Antwort

Zum Abschluss diskutierten Vertreter aus Handwerk, Bauwirtschaft und Verteidigungsbeschaffung auf dem Podium über Herausforderungen und Chancen der "Zeitenwende". Dabei brachte Ulrich Hermann, Vizepräsident HWK Südwestfalen und Geschäftsführer der Hermann GmbH, die Haltung der Teilnehmer auf den Punkt: "Wir sehen nicht die Probleme. Wir liefern Antworten. Das ist Handwerk!"

Neben Hermann nahmen Josef Trendelkamp (sen.), Geschäftsführer Trendelkamp Technologie GmbH, Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer Bauverbände NRW, Dr. Dirk Günnewig, Verwaltungsratsvorsitzender des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW sowie René Gassen, Direktor des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, an der Podiumsdiskussion teil.