Interview"Macherinnen im Handwerk verbinden, sichtbar machen und stärken"
Uta Neumeister, Leiterin Standortpolitik der Handwerkskammer Südwestfalen, baut das Netzwerk "Frauen. Handwerk. Südwestfalen." auf. Im Interview spricht sie über Vernetzung, Sichtbarkeit und Chancen für Frauen im Handwerk der Region.
Frau Neumeister, was verbirgt sich hinter "Frauen. Handwerk. Südwestfalen."?
"Frauen. Handwerk. Südwestfalen." ist ein Netzwerk der Handwerkskammer Südwestfalen, das Frauen im regionalen Handwerk sichtbarer machen, stärken und miteinander verbinden will. Es richtet sich an Unternehmerinnen, Meisterinnen, Betriebsnachfolgerinnen und "Macherinnen" – also Frauen, die im Handwerk bereits führen, gestalten und Verantwortung tragen oder den Schritt in genau diese Rolle gehen möchten.
Mit welchem Ziel wird das Netzwerk seit letztem Jahr aufgebaut?
Mir ist im Austausch mit Unternehmerinnen immer wieder aufgefallen, wie wertvoll der Blick über das eigene Gewerk hinaus ist. Deshalb wollen wir Frauen aus dem ganzen Handwerk in Südwestfalen zusammenbringen. Wir wollen den Erfahrungsaustausch fördern und den Mut zur Übernahme von Verantwortung und Führungsaufgaben stärken. Langfristig sollen vor Ort eigenständige und tragfähige Netzwerkstrukturen entstehen, die regelmäßige Treffen und Austausch ermöglichen.
"Frauen. Handwerk. Südwestfalen." lebt von regelmäßigen Netzwerktreffen. Wie laufen diese Netzwerktreffen ab?
Bislang haben zwei Netzwerktreffen mit jeweils mehr als 40 Teilnehmerinnen stattgefunden – und das Feedback war richtig gut. Das Grundkonzept ist eine Mischung aus fachlichem Input, Erfahrungsaustausch und persönlichem Netzwerken.
Beim ersten Treffen in Arnsberg gab es einem Impulsvortrag zum Thema Kommunikation im Business, außerdem hat sich der NRW-Landesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk vorgestellt. Das zweite Treffen war in Brilon. Die Initiative dazu kam aus dem Netzwerk selbst, von Theresa Becker, Installateur- und Heizungsbauermeisterin und Vorsitzende der Briloner Bauhandwerker. In Brilon standen Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilungen im Fokus.
Was bestärkt Sie persönlich darin, dass das Netzwerk einen Nerv trifft?
Mich hat bei den bisherigen Treffen beeindruckt, wie offen die Frauen aus ganz unterschiedlichen Gewerken ihre Erfahrungen miteinander geteilt haben, zum Beispiel beim sensiblen Thema Arbeitsschutz. Das zeigt, wie wertvoll Austausch und Vernetzung sind. Dafür soll es bei künftigen Treffen noch mehr Raum geben.
Was für Aktivitäten sind in näherer Zukunft geplant?
Wir möchten das Netzwerk in ganz Südwestfalen weiter ausbauen. Es soll regionale Netzwerktreffen mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen geben, etwa Gründung, Unternehmensnachfolge, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder faire Rahmenbedingungen für selbstständige Frauen. Bereits in Planung ist eine Veranstaltung im Märkischen Kreis gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft vor Ort.
Im Rahmen des Netzwerks wird regelmäßig auf Frauen im Ehrenamt im Handwerk aufmerksam gemacht. Warum?
Frauen im Ehrenamt sichtbar zu machen, ist extrem wichtig! Zum einen sind sie Vorbilder: Frauen, die sich im Handwerk ehrenamtlich engagieren, können andere Frauen inspirieren und ermutigen, selbst aktiv zu werden. Zum anderen würden Innungen, Kammern oder Verbände ohne das Ehrenamt nicht funktionieren.
Und: Frauen, die im Ehrenamt aktiv sind, können die Rahmenbedingungen des Handwerks aktiv mitgestalten. Ein Beispiel dafür ist Sabine Jungkurth, die als selbständige Unternehmerin dem sechsköpfigen Vorstand der Handwerkskammer Südwestfalen angehört.
Bleibt noch eine entscheidende Frage: Wie können Interessierte mitmachen?
Interessierte Frauen können sich gern direkt an mich wenden:
Informationen zum Netzwerk finden Interessierte auf der Website der Handwerkskammer Südwestfalen im Bereich "Frauen. Handwerk. Südwestfalen."
Aktuelle Informationen und Veranstaltungshinweise veröffentlichen wir außerdem auf unserem Facebook-Kanal und auf Instagram (@handwerkskammer.suedwestfalen).
Unterstützt wird Frauen. Handwerk. Südwestfalen vom Bundesverband UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) und dem UFH-Landesverband NRW.