InterviewWenn Krankheit und Pflege zur Herausforderung werden
Verena Kurth, Inklusionsberaterin und Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber, unterstützt in herausfordernden Situationen.
Im Gespräch mit dem Deutschen Handwerksblatt (DHB) erklärt Verena Kurth, Fachberaterin für Inklusion und Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber bei der Handwerkskammer (HwK) Südwestfalen, wie Betriebe bei plötzlichen Pflege- und Krankheitsfällen handlungsfähig bleiben.
DHB: Manchmal stehen Arbeitgeber plötzlich vor einer Pflege- oder Krankheitssituation – bei Mitarbeitern oder Angehörigen. Wie wirkt sich das auf den Betrieb aus?
Kurth: Solche Fälle können den Betrieb stark belasten. Besonders in kleinen Betrieben, in denen man sich gut kennt, fällt es schnell auf, wenn Mitarbeiter belastet oder zurückgezogen sind. Arbeitgeber stehen dann vor der Herausforderung, das Team zu unterstützen und den Betrieb gleichzeitig am Laufen zu halten.
DHB: Wie können Arbeitgeber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu ermutigen, über ihre Sorgen zu sprechen?
Kurth: Offenheit und Zuhören sind der Schlüssel. Die Mitarbeiter müssen ihre Situation ohne Angst vor Nachteilen ansprechen können. Arbeitgeber sollten daher früh das Gespräch suchen und bei Bedarf externe Unterstützung organisieren.
DHB: Wie sollten Arbeitgeber damit umgehen, wenn Mitarbeiter Familie und Pflege mit dem Beruf verbinden müssen?
Kurth: Flexibilität und Verständnis sind entscheidend. Individuelle Lösungen wie angepasste Arbeitszeiten helfen. Darüber hinaus gibt es sehr gute Infomaterialien, die Arbeitgeber am Ende des Gesprächs dem Mitarbeiter mitgeben können.
DHB: Und was kann der Arbeitgeber tun, wenn ein Mitarbeiter selbst schwer erkrankt ist und durch eine Behinderung seine Tätigkeit nicht mehr wie gewohnt ausüben kann?
Kurth: In solchen Situationen rate ich dazu, uns – die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber – direkt anzurufen. Dann können wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Manchmal ist die Anpassung des Arbeitsplatzes oder die Übernahme neuer Aufgaben möglich. Fortbildungen, finanzielle oder technische Unterstützung erleichtern die Inklusion. Damit Arbeitgeber gezielt die Hilfen erhalten, nehmen wir Kontakt zu den geeigneten Förderstellen auf.
DHB: Warum ist es wichtig, dass Arbeitgeber auch auf ihre eigene Kraft achten?
Kurth: Auch Arbeitgeber sind am Ende nur Menschen und können durch die zusätzliche Belastung schnell an ihre Grenzen kommen. Deshalb ist es wichtig, auch die eigene seelische Gesundheit zu schützen und bei Bedarf Unterstützung zu suchen. Ein vertrauliches Gespräch mit mir, einer externen Person, kann der erste Schritt sein, für sich selbst aktiv zu werden.
Arbeitgeber mit Herz, oft selbst überlastet!
Jeden zweiten Montag im Monat Coachingangebot für Arbeitgeber
Pflegefall in der Familie? Erkrankte Kollegin? Wir besprechen Ihre nächsten Schritte. Verena Kurth bietet dazu jeden dritten Montag im Monat persönliche und vertrauliche Beratungsgespräche an. Dabei werden in Einzelgesprächen Sorgen und Bedenken offen besprochen.
Als Pflegelotsin und Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber kennt die HwK-Expertin die ersten Schritte für pflegende Angehörige und die Möglichkeiten, schnell Unterstützung und Förderung für Betroffene und Betriebe zu erhalten.
Coachingangebot zu Pflege und Gesundheit im Betrieb
13.07.2026Arbeitgeber mit Herz, oft selbst überlastet!
Jeden zweiten Montag im Monat Coachingangebot für Arbeitgeber.
10.08.2026Arbeitgeber mit Herz, oft selbst überlastet!
Jeden zweiten Montag im Monat Coachingangebot für Arbeitgeber.
14.09.2026Arbeitgeber mit Herz, oft selbst überlastet!
Jeden zweiten Montag im Monat Coachingangebot für Arbeitgeber.