Konjunktur_Frühjahr 2019
Hwk Südwestfalen

Handwerk erklimmt neue Rekordhöhe

Der aktuelle Bericht zur konjunkturellen Lage des Handwerks zeigt deutlich: Die bislang längste Boom-Phase im Handwerk hält an. Dabei stehen vor allem die Bauhandwerke an der Spitze. Zentrales Problem bleibt der Fachkräftemangel.



Indexwert so hoch wie noch nie

"Das Handwerk in Südwestfalen trotzt dem aktuellen Trend", unterstreicht Hauptgeschäftsführer Meinolf Niemand bei der Vorstellung der Ergebnisse der Konjunkturumfrage, an der sich 678 Unternehmen beteiligt hatten: "Auf die Rekordhöhe von 145 Punkten kletterte der Indexwert für die Geschäftsentwicklung im Handwerk."



Fachkräftemangel als zentrales Problem

Zugpferde der Konjunktur waren vor allem die Bauhandwerke und in der Folge, aber auch eigenständig, die Ausbauhandwerke. Schwieriger ist die Situation im Kfz-Handwerk. Angefangen beim nicht ausgestandenen Diesel-Skandal mussten die Unternehmen zusätzlich mit Lieferschwierigkeiten wegen des neuen WLTP-Testzyklus‘ kämpfen.

Gut ist die Lage im Nahrungsmittelbereich. Die moderat höheren Verbrauchereinkommen und das gestiegene Qualitätsbewusstsein verbuchen diese Betriebe auf der positiven Seite. Unverändert stark ist allerdings der Druck durch die fortschreitende Filialisierung und durch die "Hauptsache billig" Mentalität. Gedrückt wird die Stimmung durch die großen Probleme für diesen Handwerksbereich, Fach- und Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Deutlich besser als im Vorjahr ist die Lage der Gesundheitshandwerke und der Handwerke des privaten Bedarfs. So meldete kein Umfrageteilnehmer aus dem Gesundheitsbereich eine schlechte Geschäftslage, im Gegenteil: beinahe drei Viertel blicken auf einen guten Geschäftsverlauf zurück. Deutlich verhaltener stellt sich die Situation bei den Handwerken für den privaten Bedarf dar.



Kapazitätsgrenzen erreicht

Gleichzeitig erleben viele Betriebe das Erreichen von Kapazitätsgrenzen, die ein Mehr an Aufträgen gar nicht mehr zulassen. So haben im Baubereich derzeit die Hälfte der Unternehmen eine Auslastung von mehr als 90 Prozent. Beinahe jeder Fünfte meldet sogar, über 100 Prozent zu liegen.

Wenn sich die Annahmen aus den Gutachten des Sachverständigenrats und des BMWI bewahrheiten sollten – beide unterstellen nur eine temporäre Verflachung des Konjunkturverlaufs, die noch im ersten Halbjahr in eine Wirtschaftsbelebung führen werde –, sind die Handwerksbetriebe in Südwestfalen gut aufgestellt. Einzig der leergefegte Arbeitsmarkt könnte dann ein Hemmnis darstellen.



Hier gibt es den gesamten Konjunkturbericht noch einmal in voller Länge:   Frühjahr 2019