Digitale Mitarbeitergewinnung_Risse
HwK Südwestfalen

Mit der Arbeitgebermarke punkten

Personal Computer? Wie bitte, was ist das denn? Laptop, Tablet, Handy dagegen rund um die Uhr. Was überspitzt klingt, kommt der Realität sehr nahe: So sind (nicht nur) Jugendliche medial unterwegs. Das ist eine Herausforderung für Arbeitgeber, die sich im Wettkampf um den immer kleiner werdenden Kreis potentieller Bewerber positionieren müssen.

Denkanstöße zur digitalen Mitarbeitergewinnung gab es bei der Handwerkskammer Südwestfalen, denn feststeht: "Wer hier Chancen vergibt, läuft Gefahr, vom Markt verdrängt zu werden.“ Mahnende Worte zum Auftakt der Veranstaltung von Alexander Penner, Technologie-Transfer-Beauftragter der HwK.



Signale setzen für ein attraktives Arbeitgeberprofil

Hier ist eine attraktive Arbeitgebermarke unerlässlich: Die Bedeutung des Employer Brandings betonten Christian Risse und Madeleine Loer von der Kompegio GmbH Meschede. "Wofür stehe ich als Arbeitgeber?“ ist die zentrale Frage, die man sich stellen muss. Ist es Innovation? Kreativität? Work-Life-Balance? Sind Verdienst- und Karrierechancen gut? Oder steht der Betrieb für soziales Engagement, ein gutes Betriebsklima und Familienfreundlichkeit? "Wo senden Sie Signale, die in ein klares Profil münden“, regte Risse die Zuhörer an, über ihr Bild als Arbeitgeber nachzudenken.

Unerlässlich ist es dabei, sich mit den unterschiedlichen Generationen auseinanderzusetzen, denn die Werte und Motive der Menschen, die im Arbeitsleben stehen, ändern sich. Wie unterschiedlich die Babyboomer und die Generationen X, Y und Z ticken, stellten Risse und Loer anschaulich vor. Alle Altersklassen treffen im Betrieb aufeinander, die Herausforderung sei es, sie alle anzusprechen.



Trend zur Onlinebewerbung

Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigte Ralf Schawag. Facebook, Youtube und Instagram sind neben der Homepage die Kanäle, auf denen sich sein SHK-Betrieb tummelt. Hier ist das Juniorteam in der Pflicht: Mit regelmäßigen Posts wecken die Auszubildenden Aufmerksamkeit und tragen nach außen, was sie tun. In einem Film kann man sie in Aktion sehen. Und: Ausgestattet mit T-Shirts, Visitenkarten, Werkzeugkisten, Tablets und Fahrzeugen im Junior-Team-Look unterstreicht Schawag deren Wertschätzung: "Wir möchten sie stolz machen.“ Das spricht sich herum und zieht mögliche Bewerber an. Apropos Bewerbung: Bitte per Mail oder übers Onlineportal.

Damit trifft Schawag den Nerv der Schüler, die lieber digital als in Papierform Kontakt aufnehmen. Was junge Bewerber motiviert und interessiert, lieferten sie aus erster Hand. Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule am Eichholz und zwei Ausbildungsbotschafter der Handwerkskammer berichteten in einer Talkrunde mit Bianca Weickardt, bei der Handwerkskammer zuständig für die Botschafter, wie sie sich informieren.



Viele Kanäle - ein Ziel: Wie Jugendliche und Betriebe zueinander finden

Ausgefallene Werbung, Bilder statt Texte, Videos auf Youtube, Betriebssuche bei Google Maps und bei Berufenet der Arbeitsagentur gehören dazu – Facebook eher weniger, weil dort die Eltern möglicherweise unterwegs sind. Berufsbörsen, Praktika und die Vorstellung der Betriebe in der Schule sind auf analoger Seite die bevorzugten Wege, um in Kontakt zu kommen. "Handwerk macht Schule“, eine Aktion aus der Region Schmallenberg, wurde hier als Beispiel herausgestellt. Offene Türen für die Betriebe, ihr Handwerk im Unterricht vorzustellen, signalisierte sofort Olaf Schwingenheuer, Leiter der Sekundarschule. 

Auf die Impulse folgt die Umsetzung: Dazu bietet die Handwerkskammer den Marketing-Workshop „Employer Branding“ an. Wer die Arbeitgebermarke in den Focus rücken möchte, sollte sich Donnerstag, 8. November, oder alternativ Dienstag, 20. November, vormerken. Hier geht´s direkt zum Kurs.